Florian Don-Schauen berichtet in diesem zweiten Blog zu Ein Traum von Macht weiterführend über das Einsteigerabenteuer, das seit heute im Versand ist. Achtung, der Artikel enthält Spoiler.
Es mag ja toll und aufschlussreich sein, in den Ruinen einer längst vergangenen Stadt herumzustöbern. Wie viel spannender ist es aber, wenn in der Stadt noch die Nachfahren der alten Kultur, also der Hochelfen leben? Und zwar solche, die sich weder einer bestimmten Aufgabe verschrieben haben (wie die Wüstenelfen bei den Ruinen von Tie’Shianna oder die Katzenelfen in Simyala), noch sich in ihrer Führer- und Orientierungslosigkeit gegenseitig zerfleischt haben wie auf den Inseln im Nebel?
Damit stellen sich aber sofort zwei Fragen: Warum ist ihre Existenz nicht längst bekannt? Und warum leben sie so zurückgezogen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu finden: Als die hochelfische Kultur zusammenbrach, hatte sie einen jahrhundertelangen Krieg gegen einen fürchterlichen Gegner verloren: den Namenlosen Gott und seine Goldene Horde. Überlebende müssen also davon ausgehen, dass die Welt seitdem von Trollen, Menschen, Riesen, Harpyien und anderen Dienern des Namenlosen beherrscht wird. Also ist es die beste Überlebensstrategie, sich an einen Ort zurückzuziehen, von dem all diese Kreaturen nichts wissen: eine verborgene Stadt in einer Gegend, die so lebensfeindlich ist, dass sich dort niemand hinwagt.
Jeder Blick nach draußen bestätigt übrigens bis heute den Eindruck: Immer noch wird die Welt von diesen primitiven Emporkömmlingen namens Menschen, die weder von Magie, noch von Philosophie irgendeine Ahnung haben, sondern im Namen irgendwelcher Götter, die bestimmt auch nur Diener des Namenlosen sind, die Herrschaft über die Welt beanspruchen.
In eine solche Siedlung sollen die Helden also hineingeraten. Und da es sich vermutlich vor allem um Menschen handelt, wird ihre Begegnung mit diesen Elfen bestimmt nicht sehr freundlich sein. Nur mit knapper Not werden sie es (hoffentlich) schaffen, diese Stadt wieder zu verlassen. Und dann wird ihnen noch nicht einmal jemand glauben, dass sie wirklich eine solche Stadt gefunden haben, denn ein weiteres Eindringen wird noch schwieriger sein als das erste.
Durch diesen Kunstgriff ist das Abenteuer zeitlich recht unabhängig, denn von der aventurischen Öffentlichkeit wird es nicht wahrgenommen. Dass da ein paar Abenteurer behaupten, es gäbe noch eine Stadt mit Hochelfen, wird kaum jemand ernst nehmen, denn Leute mit ebenso tollen wie unglaublichen Geschichten findet man in jeder Hafenkneipe. Aber vielleicht werden die Helden eines Tages, wenn sie erfahrener sind, doch noch einen Weg in die Stadt finden und der Welt beweisen, dass sie recht gehabt haben.
Wird fortgesetzt …







