

„Danke, Phex“, seufzte Gregor und sah den Stiernacken und seine Jungs den Rückzug antreten. Er holte sein Portemonnaie aus der Hosentasche, kramte einen Euro hervor und platzierte ihn unter dem Vorhang. Edi sah ihn an, als hätte er den Verstand verloren.
„Du … opferst … Phex … einen … Euro? Du weißt schon, dass das ein Rollenspielgott ist, oder?“
Gregor grinste. „Kann nie schaden. Irgendwer fühlt sich anscheinend angesprochen.“
Sie lehnten einige Sekunden an der Rückwand eines Sofas und schöpften Atem.
2008, vor meinem Dasein als Rollenspielromanautorin, beschloss ich, mit einer Jugendbuchtrilogie zu Reichtum und Ruhm zu gelangen.
Eine Firma rätselhafter Anzugträger, an deren Gesichter sich niemand erinnern kann – ein Mädchen mit prophetischen Träumen – drei rollenspielende Nerds, die auch im realen Leben einmal die Welt retten wollen – Mythengestalten und alte Götter, die zum Leben erwachen.
Unschlagbar, fand ich.
Ich schrieb den ersten Teil besagter Trilogie namens „Die Geister des Landes“ und musste dann feststellen, dass sich außer dem Hochschulradio Aachen niemand für den Stoff interessierte. Mit den Mädels vom Hochschulradio las ich den Roman als Hörbuch ein, das wöchentlich gesendet wurde, und so machten „Die Geister“ eine kleine Lokalkarriere, bevor sie wieder in meiner Schublade verschwanden.
Das Problem war rasch gefunden: Den „großen“ Verlagen war das Setting zu lokal, die Lokalverlage wussten ein Fantasyjugendbuch in ihrem meist aus Krimis und Reiseführern bestehenden Programm nicht unterzubringen. Dann jedoch traf ich auf den recht jungen Ammianus-Verlag, der in Aachen ansässig ist. Er brachte bislang historische Romane heraus, die Sagengestaltenidee fiel jedoch auf fruchtbaren Boden. 2011 überarbeitete ich den Roman noch einmal – et voilà: Seit Anfang März ist der erste Teil von „Die Geister des Landes“ erhältlich, Teil 2 folgt im Herbst.
Warum jedoch erfahrt ihr das auf der Seite von Ulisses?


Fiona, das Mädchen mit den seltsamen Träumen, ist – bis auf diese Träume – vollkommen normal. An wen jedoch wendet man sich, wenn beunruhigende Träume offenbar Wirklichkeit werden? An die Polizei? An einen Psychologen? Nein – denn in Fionas Stufe findet sich der ideale Ansprechpartner: Dora, die sich selbst für eine Hexe in zweiter Generation hält. Dora hat auf alles eine Antwort und für jedes Problem eine Lösung, und bringt noch zwei Freunde mit – aus ihrer Rollenspielrunde. Edi, der die Wikipedia auswendiggelernt hat, vegetarische Döner isst und Vinylplatten sammelt, und Gregor, dessen größter Wunsch ein Schwert ist, der verkleidet über Mittelaltermärkte rennt und sehr gerne Fionas großer Held werden würde. Drei Nerd-Fritten also, und ein Mädchen, das nicht einmal weiß, wofür die Abkürzung D – S – A stehen könnte.
Dass Jugendbücher natürlich auch von Erwachsenen gelesen werden können, war bereits vor „Harry Potter“ keinesfalls ein Geheimnis. Wer neugierig auf „Die Geister des Landes“ geworden ist, kann zudem noch bis zum 31.3. auf meiner Homepage www.jcvogt.de und auf der Facebookseite www.facebook.com/JudithCVogt eins von drei signierten Exemplaren gewinnen.
Bilder von: Tatjana Lehnen







