Mit ‘Eevie Demirtel’ getaggte Artikel

Splitterdämmerung: Das Schicksal der Dämonenkrone

Dienstag, 06. März 2012
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Nachdem wir beim letztjährigen Produktworkshop auf der RatCon bereits Andeutungen zum Thema gemacht haben, werden wir uns in nächster Zeit dem Schicksal der Splitter aus Borbarads Dämonenkrone zuwenden, die sich noch immer in der Hand finsterer Heptarchen befinden. Eine ganze Reihe von Publikationen wird sich im Verlauf der nächsten Jahre mit eben diesen verdorbenen Artefakten beschäftigen: der Zyklus der Splitterdämmerung.

Mehrere Abenteuer und Kampagnenbände bilden einen losen Zyklus, dessen Grundthema die Jagd nach den Splittern der Dämonenkrone ist. Die einzelnen Bände bauen jedoch nicht so stark aufeinander auf, wie die Sieben-Gezeichneten-Kampagne. Stattdessen sind sie in sich weitgehend abgeschlossen und bleiben somit auch voneinander unabhängig spielbar. Das erforderliche Hintergrundwissen wird Meister und Spielern bequem im jeweiligen Band vermittelt. Sie müssen zudem nicht zwingend in der Reihenfolge ihres Erscheinens gespielt werden.

Dabei ist der Splitterdämmerungs-Zyklus eng mit dem lebendigen Aventurien verzahnt, nicht zuletzt, da sowohl die Eroberung eines Splitters als auch die Vernichtung eines Heptarchen dramatische Auswirkungen haben kann. Dass auch andere Heptarchien von diesen Veränderungen erschüttert werden, wird es für die Helden nicht unbedingt einfacher machen.

Ihr könnt die einzelnen Abenteuer des Zyklus zu einer großen und epischen Kampagne verknüpfen, oder aber die Helden widmen sich dem Schicksal eines einzelnen Splitters – ganz so wie Meister und Spieler es bevorzugen.

Obwohl es insgesamt nur sieben Splitter gibt, wird der Zyklus in seiner Hauptlinie mehr als sieben Bände umfassen, die in den nächsten Jahren unregelmäßig erscheinen werden. Nicht immer wird die Zukunft eines Heptarchen in einem Band entschieden werden und die Geschichte mancher Splitter wird nicht bereits nach Bestehen nur eines Abenteuers erzählt sein. Es wird Szenarien und Abenteuer neben der Hauptlinie geben, die sich indirekt mit den Splittern, Handlungsträgern oder der aktuellen Situation in einer bestimmten Region beschäftigen. Und selbstverständlich wird die Splitterdämmerung auch im Aventurischen Boten begleitet werden. Startpunkt des Zyklus ist das Jahr 1035 BF und sein letztes Abenteuer wird vermutlich um das Jahr 1040 BF spielen.

Das Abenteuer Schleiertanz aus der Feder von Marc Jenneßen und Alex Spohr eröffnet den Splitterdämmerungs-Zyklus. Kurz darauf folgt dann bereits der Kampagnenband Bahamuths Ruf von Michael Masberg. Beide Publikationen werden in Kürze auf unserem Blog vorgestellt, so dass wir euch an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten wollen.

Zwei weitere Bände befinden sich schon in konkreter Planung, so dass auf jeden Fall für Nachschub gesorgt ist und alle mitfiebern können, die sich für das Schicksal der Splitter interessieren oder aktiv an der Splitterdämmerung teilhaben wollen.

Wir werden euch auf dem Laufenden halten!

Tod auf dem Mhanadi im Versand – Bodycount Wettbewerb endet

Dienstag, 20. Dezember 2011
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Mit dem gestrigen Versandbeginn von Khunchomer Pfeffer 2 – Tod auf dem Mhanadi endet auch unser Bodycount Wettbewerb, bei dem es zu schätzen galt, wie viele Personen in unserem neusten Roman ihr Leben lassen müssen.
Die Anzahl und auch die Vielfalt der Einsendungen hat uns im Übrigen sehr überrascht. Nicht weniger als 13 x 3 + 3 Leser haben uns ihre Schätzungen zukommen lassen und ihre Wahl zum Teil abenteuerlich begründet. Von „kein einziger Toter“ bis hin zu „rastullahgefälligen 99 Leichen“ war alles dabei. Viele von euch schienen auch besonders durch kosmologische oder kababylothische Gesichtspunkte zu ihrem Tipp bewegt („korgefällige 9 Tote“, „12, da für Novadis eine unglücksverheißende Zahl“, „3×3x3 Kadaver faulen in den ehrwürdigen Wassern des Mhanadi vor sich hin“, „Die Antwort lautet selbstredend 42!“).
Die genaue Zahl der Toten wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten, um euch die Spannung nicht zu nehmen, aber wir können natürlich eröffnen, wer die glücklichen Gewinner sind: Stefan Hieke, Thomas Pummer und Björn Wende haben die genausten Schätzungen abgegeben. Der listige Feqz war euch gewogen und ihr dürft euch jeweils über ein von uns signiertes Exemplar Tod auf dem Mhanadi freuen.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank für eure rege Beteiligung! Wir wünschen euch wunderbare Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr, vielleicht ja mit einer ordentlichen Prise Khunchomer Pfeffer.

Eevie Demirtel & Marco Findeisen

Abenteuerwettbewerb „Zwischen Wölfen und Schwertern“ geht zu Ende

Freitag, 25. November 2011
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am 24.11.2011 um Punkt 23:59:59 Uhr endete die Frist zur Einsendung der Beiträge für den gemeinsamen Das Schwarze Auge-Abenteuerwettbewerb von Nandurion und Ulisses-Spiele. Erstmals galt es, statt einzelnen Abenteuern Teile einer großangelegten Kampagne zur abschließenden Regionalspielhilfe Schattenlande zu gestalten, und wir freuen uns sehr über den regen Zuspruch, den diese neue Form des Wettbewerbs gefunden hat.

Insgesamt 26 Einsendungen von 28 Autoren sind bis Einsendeschluss für Zwischen Wölfen und Schwertern in unserem Postfach gelandet. 8 von ihnen haben sich als Duo, 3 als Trio versucht.

2 Autoren haben sich sogar mutig an die Umsetzung der kompletten Kampagne gewagt.

Teil I der Kampagne wurde 11 mal geschrieben, 10 Autoren haben Teil II der Kampagne umgesetzt, und 5 Abenteuer erreichten uns zum III. und finalen Teil von Zwischen Wölfen und Schwertern.

Nach neusten Zählungen wurden rund 2.200.737 Zeichen für Zwischen Wölfen und Schwertern geschrieben!

Wir danken allen Teilnehmern des Wettbewerbs recht herzlich für ihre Beiträge: Marcel Blex, Heike Chalupa, Nils Eikholt, Niklas Forreiter, Philipp Goldstein, Andreas Heid, Lars Heitmann, Lukas Hofmann, Marc-André Karpienski, Melanie Kemper, Bernard Klitzke, Peter Knorr, Balthasar König, , Lütkemeyer, Florian Mülbert, Oliver Overheu, Robert Peters, Kai Plath, Andreas Prantl, Robert Roth, Denny von Roux, Daniel Rummelhagen, Gudrun Schürer, Kira Silberstern, Marc Thorbrügge, Stefan Tomaschitz und Avsar Yildiz.

In den nächsten Wochen geht es nun an die Auswertung und Beurteilung der Einsendungen und wir sind bereits sehr gespannt, was uns in den Schattenlanden erwarten wird!

Für die Jury

Eevie Demirtel

Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi: Dramatis Personae 3

Freitag, 11. November 2011
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Nachdem wir bereits in den vergangenen Wochen einen Blick auf die Figuren des kommenden Das Schwarze Auge-Romans Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi werfen konnten, schließen wir die Dramatis Personae mit diesem Blick hinter die Mauern des Hafenpalastes. Eine besonders prominente Person haben Eevie Demirtel und Marco Findeisen euch aber bis heute vorenthalten. Allein für Besucher der Lesung auf der diesjährigen RatCon wurde der Schleier schon ein wenig gelüftet. Niemand anderer als der legendäre Zaubersultan Hasrabal ben Yakuban beehrt Khunchom zu den Feierlichkeiten mit seinem Besuch.

Hasrabal ben Yakuban, Sultan von Gorien

Der greise Zaubersultan blickt dieser Tage freudig auf die Stadt an der Mhanadimündung, scheint seine Saat, die er bereits vor vielen Jahren gesät hat, doch endlich Früchte zu tragen. Als Sohn eines kleinen Provinzfürsten stürzte er den eigenen Vater vom Thron und strebte seither nach der Errichtung eines gorischen Großreichs. Über Jahrzehnte mehrte er seine Macht, knüpfte Beziehungen und zog als Strippenzieher an den Schicksalsfäden seiner Konkurrenten. Durch die Vermählung mit der Shanja von Rashdul dehnte er seine Herrschaft auf die große Stadt am Fuße des Tafelbergs und auf den Stamm der Beni Avad aus. Erst im 35-Tage-Krieg gelang es ihm im Handstreich weite Teile Goriens und Chalukistans zu erobern. Als begabter Elementarmagier studierte er die Geheimnisse der gorischen Wüste und das Erbe der Kophtanim und gebietet heute über ein Heer von Sandgolemiden. Seine Kräfte sind legendär und in ganz Gorien spricht man von ihm nur als Sahib al’Sitta, vom Meister der sechs Elemente, die er gleichsam zu beherrschen versteht. Während ihn die einen als Heilsbringer verehren, fürchten ihn die anderen als unberechenbaren Herrscher, der ungeachtet aller Vorbehalte längst zu einer der mächtigsten Gestalten im Land der Ersten Sonne geworden ist.

Und auch nach Khunchom hat der umtriebige Herrscher bereits seine Finger ausgestreckt: Aus der Verbindung seiner Enkelin Madra mit dem magiebegabten Kronprinzen, Stipen Kulibin, erhofft er sich zaubermächtigen Nachwuchs. So blickt Hasrabal dieser Tage zufrieden nach Khunchom, bringt ihn die Geburt Prinz Sheranbils der Erfüllung seines Schicksals und der Verwirklichung seiner dynastischen Bestrebungen doch ein bedeutendes Stück näher.

Doch Hasrabal hat sich nicht zuletzt durch die Ausweitung seines Machtbereichs mächtige Feinde geschaffen, die im Verborgenen ihre Intrigen spinnen und darauf lauern, seine Bestrebungen zunichte zu machen …

»Du wirst stets hinter dem Thron stehen und deinem Ehemann gefällig sein. Ich habe ihn für dich ausgewählt, weil er die Kraft in sich trägt und dir Söhne mit starkem Ashtarra schenken wird. Vergiss nicht, Madra, du bist eine Frau. Bedenke, wo dein Platz ist.«

Stipen Kulibin, Kronprinz von Khunchom

Stipen wuchs als einziges Kind des Khunchomer Fürstenpaares wohlbehütet in den Mauern des Palastes auf. Nie konnten ihm seine Eltern auch nur einen Wusch abschlagen, und so wuchs Stipen zu einem fordernden jungen Mann heran, stets in dem Bewusstsein, dass ihm alle Aufmerksamkeit seiner Umgebung gewiss war. Eine Tatsache, die den Prinzen auch in körperlicher Hinsicht sehr bequem werden ließ, ist es doch seiner Vorliebe für Süßspeisen zu verdanken, dass sich bereits in jungen Jahren ein beachtlicher Wohlstandsbauch unter seinem Kaftan wölbte. Die Schulung seines arkanen Talents erfolgte aus politischen Gründen an der Zauberschule des Kalifen zu Mherwed, doch auch das Studium vermochte Stipen nicht auf Dauer zu fesseln. Gerüchte besagen, dass der Fürst ein großzügiges Bakshish zahlte, um seinem Sohn nach nur einem Jahr zusätzlichem Repetitorium den Abschluss zu ermöglichen. Erst seiner Ehefrau Madra saba Yakuban, der er in aufrichtiger Liebe zugetan ist, gelang es, den Prinzen wirklich zu fordern und seinen Ehrgeiz zu wecken.

Die Zeit wird zeigen, ob Stipen sich eines Tages aus seiner selbstgewählten Unmündigkeit zu befreien vermag, oder ob er auf ewig eine willfährige und für Schmeicheleien zugängliche Mirhamionette bleiben wird …

»Und nun will ich mein Konfekt! Ist mir gleich, wie du das zu Wege bringst. Und wehe, unser Gast findet heute Abend irgendetwas auszusetzen. Es gibt genügend Leute am Hof, die darauf brennen, dich zu ersetzen.«

Madra saba Yakuban, Gattin des Kronprinzen von Khunchom

Man erzählt sich hinter vorgehaltener Hand, der zaubermächtige Sultan Hasrabal habe die ersten grauen Barthaare erhalten, als bekannt wurde, dass der ihm prophezeite Sechste Sohn des Sechsten Sohnes ein Mädchen war – Madra. Die ausgesprochen aufgeweckte und außerordentlich stark mit der Gabe Madas gesegnete Prinzessin wurde schon früh mit dem Kronprinzen Khunchoms verlobt. Der Zaubersultan wollte durch die Eheschließung mit dem magiebegabten Prinzen nicht nur das Herrschaftsgebiet seiner Dynastie ausdehnen, vielmehr setzt er alle Hoffnungen nun auf den sechsten Sohn dieser Verbindung.

Madra hat sich inzwischen scheinbar in ihr Schicksal gefügt und tatsächlich Gefallen an ihrem Gatten gefunden. Immer wieder ermutigt sie Stipen, eigene Entscheidungen zu treffen und stärkt ihm wann immer möglich den Rücken. Sie ist damit nicht nur seine engste Vertraute, sondern auch eine seiner wichtigsten Beraterinnen, die es jedoch geschickt versteht, dabei nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Lediglich die Großfürstin beäugt ihre Schwiegertochter in letzter Zeit recht kritisch, sieht sie durch diese Verbindung doch ihren eigenen Einfluss auf ihren geliebten Sohn zunehmend schwinden.

Seit kurzer Zeit sind Madra und Stipen nun stolze Eltern eines kleinen Prinzen. Doch niemand konnte voraussehen, welche Ereignisse die geplanten Geburtstagsfeierlichkeiten nach sich ziehen würden …

»Was soll ich nur tun? Ich habe das Gefühl, Stipen entgleitet mir mehr und mehr. Und als ob das nicht genug wäre, erwartet mein Großvater, dass ich eine Horde Söhne in die Welt setze und hinter seinen dynastischen Bestrebungen zurücktrete. Wo bleibe ich bei alledem? Habe ich denn nichts Besseres verdient?«

Selo Kulibin, Großfürst von Khunchom

Seit nunmehr 27 Jahren gebietet Selo Kulibin über die Stadt an der Mhanadi-Mündung. Dass sich das kleine Großfürstentum derart geschickt gegen seine mächtigen Nachbarn behaupten konnte, ist nicht zuletzt der umsichtigen Politik seines Herrschers zu verdanken, der stets darauf bedacht war, jedermanns Freund zu sein. Einen Politikstil, den böse Zungen hinter vorgehaltener Hand als rückratlos und verweichlicht bezeichnen könnten, die jenen Tag herbeisehnen, an dem Selo endlich zugunsten seines Sohnes abdankt.

Denkbar wäre es, ist doch am Großfürsten ein echter Abenteurer verloren gegangen, der einst sogar sein eigenes Leben riskierte, nur um einen Blick auf sein zukünftiges und bis heute innig geliebtes Eheweib zu werfen. So scherzt man bereits unter den Palastbediensteten, Selo Kulibin könne doch, nun da die Erbfolge gesichert sei, die Krone niederlegen und dem lange unterdrückten Ruf Aves’ folgen.

Doch im Augenblick bleiben dem Großfürsten für solcherlei Gedanken nur wenig Zeit, schließlich gilt es, der Stadt seinen neugeborenen Enkel zu präsentieren. Die Feierlichkeiten zur Geburt des kleinen Prinzen Sheranbil sollen schließlich ein ganz besonderes Ereignis werden, von dem seine Untertanen noch ihren Kindern erzählen. Tatsächlich werden alle Beteiligten an dieses Ereignis weit länger zurückdenken, als es sich der Großfürst jemals hätte träumen lassen …

»Ich bin überzeugt, es gibt nichts, was sich nicht bei einer heißen Tasse Tee und ein wenig Gebäck aus der Welt schaffen ließe!«

Shenny Kulibin Kasan ay Thalusa, Großfürstin von Khunchom

Wer den pompösen aber weitgehend ereignislosen Alltag der Khunchomer Großfürstin kennt, mag denken, dass ihr Leben als Vorbild für die zahllosen Geschichten aus 1001 Rausch über wohlbehütete tulamidische Prinzessinnen diente. Aufgewachsen in Thalusa, streng bewacht durch ihren wahnhaften Vater Ras Kasan, tauschte sie mit der Heirat Selos den einen goldenen Käfig gegen den anderen. Doch gerade die Enge der Palastmauern beflügelte Shennys Neugier und ihre Abenteuerlust immer wieder aufs Neue. Kein Wunder also, dass sie sich in den verwegenen Prinzen Selo verliebte, der einst sogar sein Leben riskierte, um einen Blick auf seine Zukünftige zu erhaschen.

Dem Treiben jenseits der Palastmauern begegnet die Großfürstin mit einer gewissen Weltfremdheit. Zu gerne würde sie selbst einmal das Gewand des einfachen Stadtbewohners anlegen und durch die Straßen Khunchoms streifen, doch sie fürchtet, sich durch ihre Unwissenheit in Gefahr zu bringen. Lieber lässt sie sich von ihren Dienern und Vertrauten die Neuigkeiten aus der Stadt zutragen und träumt weiterhin davon, den Geheimnissen und Gerüchten selbst auf den Grund zu gehen. Shenny Kulibin gehört nicht umsonst zu den am besten informierten Personen Khunchoms, was sie zu einer der wichtigsten Berater ihres Gemahls macht.

Ihre ganze Fürsorge gilt ihrem Sohn Stipen, den sie schon von Kindesbeinen an verwöhnte und verhätschelte. Nichts fürchtet sie mehr, als dass sich dieses innige Band eines Tages lösen könnte. In ihrer Schwiegertochter Madra sieht sie inzwischen nicht nur die Mutter ihres Enkels, sondern vielmehr auch eine unliebsame Konkurrentin. Noch ahnt sie nicht, dass die kommenden neun Tage dieses Beziehungsgeflecht auf eine harte Zerreißprobe stellen werden …

»Wie oft, glaubst du, verbirgt sich hinter Stipens Entscheidungen der Rat Madras? Ich sehe doch, wie sehr er ihren Einflüsterungen erlegen ist.«

Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi: Dramatis Personae 2

Donnerstag, 20. Oktober 2011
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Bereits letzte Woche haben wir euch gemeinsam mit Eevie Demirtel und Marco Findeisen in die abenteuerliche Welt aus 1001 Rausch entführt, um einen kleinen Vorgeschmack auf ihren kommenden Das Schwarze Auge-Roman zu geben. Diese Woche gibt es erneut eine Zusammenfassung von bisher auf der Khunchomer Pfeffer Facebook-Seite vorgestellten Personen und außerdem einen exklusiven Neuzugang für die Dramatis Personae von Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi: den novadischen Höfling Beruddin ben Tabbuleh.

Beruddin ben Tabbuleh

Beruddin weiß, dass es harte Arbeit ist, hoch in der Gunst der Herrschenden zu stehen und als Sohn aus gutem Hause sieht er den sozialen Aufstieg als willkommene Herausforderung. Welch glückliche Fügung war es also, dass Kronprinz Stipen ausgerechnet in Mherwed, Beruddins Heimatstadt, die arkanen Künste studierte. Ohne zu zögern folgte er dem zukünftigen Großfürsten nach Khunchom und weicht dem Prinzen seither kaum mehr von der Seite, stets ein Kompliment oder einen gut gemeinten Rat auf den Lippen und immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme seines Herrn.

Doch insbesondere der stetig zunehmende Einfluss des Palastwesirs Khorim ibn Tulachim ist dem vom guten Leben gezeichneten Novadi ein Dorn im Auge. Wenn Beruddin hintergründig lächelt, kann man nie sicher sein, ob er nicht bereits seine nächste Intrige plant.

Als erfahrener Höfling weiß er um die Tücken des höfischen Lebens: Die Geflechte der Macht ähneln den zarten Seidenschleiern einer Sharisad – verführerisch und doch schwer zu durchschauen. Und so manches Mal, reicht ein winziger Fehler, um das leichte Gewebe mit einem hässlichen Krachen zu zerreißen …

»Ein ausgezeichneter Zug! Ein Gelegenheitsspieler wie ich, der die Kunst des Kamelspiels noch von seinem unwissenden Vater lernte, hat den Geisteskünsten eines studierten Mannes wie dir mein Prinz, wohl wenig entgegenzusetzen.«

Neraida Sulmansuni

Ungewöhnlich mag die Eheschließung zwischen der einzigen Tochter eines wohlhabenden novadischen Alchimisten und dem eher schlecht bezahlten Stadtgardisten Kasim ben Gaftar auf den ersten Blick anmuten, scheint sie doch dem Ansehen ihres Vaters nicht würdig. Doch sind es wahre Liebe und Zuneigung, welche die Mutter der gemeinsamen Kinder Habib und Ayrina und den jammernden Stadtgardisten miteinander verbinden, auch wenn Neraida mit ihrem verehrten Gatten oft ihre liebe Mühe hat. Nicht selten kommen die Selemferkel der Nachbarschaft in den Genuss ihrer liebevoll zubereiteten Mahlzeiten, wenn ihr Mann einmal mehr nicht rechtzeitig den Weg nach Hause gefunden hat. Und oft sieht man sie selbst den Hammer schwingen, wenn Kasim allen Standpauken zum Trotz seine häuslichen Pflichten wiederholt vernachlässigt. Ihre größte Sorge jedoch besteht darin, dass ihre Kinder ohne ihren Vater aufwachsen könnten. Häufig liegt sie daher nachts wach und bangt, ob Kasim wohl heil zu ihr zurückkehren wird – in letzter Zeit mehr denn je …

»Deniz, Deniz, Deniz! Immerzu dieser versoffene Grobian! Mit ihm verbringst du mehr Zeit als mit mir und den Kindern! Manchmal glaube ich, du seist mit ihm verheiratet.«

Nadrash ibn Marwan

Nadrash ibn Marwan stammt aus einer einflussreichen und wohlhabenden Khunchomer Familie, und seine militärische Karriere schien seit seiner Geburt vorgezeichnet. Doch nach einer verhängnisvollen Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzen wurde der junge Rekrut auf den wenig einflussreichen Posten eines Kadi im Basarviertel weggelobt. Nur wenige hatten jedoch mit dem Geschick und der Ambition des eitlen Mannes gerechnet, der sich durch gute Kontakte und bare Münze schließlich das Amt des Hauptmanns der Stadtgarde sicherte und seither mit eiserner Hand seine Truppe befehligt.

Da seine Ehe kinderlos geblieben ist, nahm er vor einigen Jahren überraschend einen jungen Mann an Sohnes statt an, den er seither zu seinem Nachfolger aufbaut. Einen Anspruch, welchen er äußerst geschickt durch zahlreiche gute Verbindungen und Bestechungsgelder zu untermauern versteht.

Immer wieder sehen sich die Gardisten den zahlreichen Wutausbrüchen ihres Agha hilflos ausgesetzt. Insbesondere Deniz ibn Seyshaban gerät aufgrund seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden und Unbestechlichkeit häufig mit seinem Vorgesetzten aneinander.

Die kommenden neun Tage werden für Agha Nadrash zu einer Bewährungsprobe der besonderen Art, gilt es doch, das Ansehen der Garde zu bewahren. Und für ihn persönlich steht schon bald sehr viel mehr auf dem Spiel …

»Verschwende gefälligst nicht Zeit und Ausrüstung der Garde für das Schicksal eines Toten! Wenn keiner zahlt, rühren wir keinen Finger!«

Manjula Azinasuni

Die neuernannte Botschafterin Araniens ist eine äußerst selbstbewusste Frau. Während sie Untergebene mit Strenge behandelt, bedenkt sie Höhergestellte mit geflüsterten Schmeicheleien und Komplimenten, so es denn ihrer Sache dienlich ist. Sie liebt es, ihren fülligen Körper in fließende, teure Stoffe zu hüllen und es gibt keinen Empfang, auf dem sie nicht voller Stolz und mit großen Gesten ihrer hennaumrankten Hände von den Vorzügen des Matriarchats in ihrer Heimat schwärmt. Seit dem Fall Orons steht Manjula hoch in der Gunst der Maharani. Ihr Leumund ist tadellos. Missgünstige Stimmen flüstern jedoch hinter ihrem Rücken, die Botschafterin positioniere sich ein wenig zu unverbindlich in ihren politischen Ansichten.

In den kommenden neun Tagen wird Manjula Azinasuni allen Zweiflern beweisen, dass sie durchaus in der Lage ist, in wesentlich größeren Maßstäben zu denken und zu handeln …

»Wir können es uns nicht leisten, Fehler zu machen! Ich denke, wir sollten weiterhin äußerste Vorsicht walten lassen. Aber bisher bin ich mit deinen Bemühungen sehr zufrieden.«

Nishat saba Chaled

Als einzige Frau in der rund fünfzig Mann starken Stadtgarde hat die schlanke Tulamidin, deren zierliches Erscheinungsbild so gar nicht zu dem schweren Khunchomer an ihrer Seite passen will, einen schweren Stand und sieht sich beständigen Anfeindungen ausgesetzt. Obwohl sie aus einer gutsituierten Familie stammt, hat sie sich aus purem Idealismus vor fünf Jahren zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Ihr Vater konnte seiner einzigen Tochter seit dem frühen Tod seiner Frau keine Bitte abschlagen und so unterstützte er ihren ungewöhnliche Wunsch, so gut es ihm möglich war. Der Alltag bei der Stadtgarde sieht für Nishat jedoch weniger aufregend aus, als sie ihn sich ausgemalt hat: Neben ungeliebten Lauf- und Putzdiensten wird sie von Agha Nadrash immer wieder zu Arbeiten abgestellt, die weit weniger gefährlich sind als die ihrer männlichen Kollegen.

Lediglich Deniz ibn Seyshaban scheint Nishats Potenzial zu erkennen und bedenkt sie hin und wieder mit vertraulichen Aufgaben, die jedoch immer öfter den Befehlen ihres Hauptmanns widersprechen. Trotz aller Widrigkeiten behauptet sich Nishat trotzig inmitten all der Männer und ist insbesondere durch ihr Zeichentalent, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr außergewöhnlich gutes Gedächtnis aus dem Tagesgeschäft der Stadtgarde nicht mehr wegzudenken – eine Tatsache, die sie mit großem Stolz erfüllt, auch wenn sie so manches Mal an ihrer Berufswahl zweifelt.

Als sich die Ereignisse in Khunchom überschlagen, wittert Nishat endlich die langersehnte Gelegenheit zu beweisen, was wirklich in ihr steckt. Und sie ist bereit jedes Risiko einzugehen …

»Ich dachte immer, wir wären zu Höherem bestimmt, als auf Handelswaren und Marktstände aufzupassen.«

Wettbewerb: Khunchomer Pfeffer II – Bodycount

Samstag, 15. Oktober 2011
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Gegen Ende des Jahres erscheint der neue Das Schwarze Auge-Roman aus der Feder von Eevie Demirtel und Marco Findeisen: Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi. Und wie bei Fortsetzungen durchaus üblich, geht es natürlich noch eine ganze Spur härter zu! Wir möchten von euch gerne wissen, wie viele Personen in unserem neuen Roman ums Leben kommen. Einfach nur blutend zu Boden gehen reicht hier selbstverständlich nicht aus. Köpfe müssen rollen, Blicke brechen, letzte Worte sollten geröchelt werden oder es muss eindeutig von „tot“, „verstorben“ oder gar einem „Leichnam“ die Rede sein.

Bis zum 15. Dezember habt ihr Zeit zu schätzen, wie viele Tote es wohl geben könnte. Schreibt einfach eine E-Mail mit eurem Tipp an khunchomer-pfeffer@gmx.de. Unter allen richtigen Einsendungen oder den besten Schätzwerten, falls wirklich ganz richtig liegen sollte, verlost Ulisses Spiele drei signierte Exemplare von Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi.

Möge Feqz euch gewogen sein! Und nicht vergessen: Es ist eine Fortsetzung …

Khunchomer Pfeffer – Tod auf dem Mhanadi: Dramatis Personae 1

Mittwoch, 12. Oktober 2011
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Viel Wasser ist seit dem Erscheinen von Khunchomer Pfeffer im Dezember 2008 den Mhanadi hinuntergeflossen. Ende dieses Jahres ist es endlich soweit: Eevie Demirtel und Marco Findeisen haben für euch kräftig nachgewürzt und die lange erwartete Fortsetzung Tod auf dem Mhanadi steht bereits in den Startlöchern.

Um ihre Leser bei Laune zu halten, und ihnen die Wartezeit ein wenig zu versüßen, haben die beiden Autoren in den vergangenen Wochen bereits einige Figuren des neuen Romans auf ihrer Facebook-Seite enthüllt.

Wer sich also bereits vor Erscheinen ein wenig auf die neuen Abenteuer der Khunchomer Stadtgardisten Deniz und Kasim einstimmen möchte, kann jetzt auch auf dem Ulisses-Blog in der umfangreichen Dramatis Personae nachlesen.

Und natürlich findet ihr bei uns exklusiv auch einige bisher noch unveröffentlichte Figuren aus Tod auf dem Mhanadi. Den Anfang macht diese Woche Fayrieke Dorenasunya, die Verwalterin der aranischen Botschaft.

Fayrieke Dorenasunya

Die Verwalterin der aranischen Botschaft wurde nach dem unglücklichen Ableben der letzten Emissärin ernannt, um sich vorläufig um die Belange des Mhaharanyats zu kümmern und die Ankunft ihrer neuen Herrin vorzubereiten. Die blonde Mittzwanzigerin lebt schon seit geraumer Zeit in der Stadt am Mhanadidelta und ist mit den örtlichen Gepflogenheiten bestens vertraut. Ideale Voraussetzungen, um Auge und Ohren offen zu halten und wichtige Informationen für ihr Heimatland zu sammeln.

Gemeinsam mit ihrem Kater Mustafa kann man sie auf den Basaren und Feierlichkeiten der Stadt treffen, und obwohl die gebürtige Aranierin sich meist schlicht und praktisch kleidet, weiß sie doch durchaus auf dem politischen Parkett zu glänzen und genießt die Vorzüge tulamidischer Dekadenz in vollen Zügen. Einzig ihre spöttische und direkte Art mag manches Mal aufstoßen. Und Fayrieke versteht es durchaus, ihre Krallen zu zeigen, so es darum geht, die weitreichenden Pläne ihrer Herrin in die Tat umzusetzen …

»Vielleicht können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mustafa hat mich erst kürzlich über einige interessante Entdeckungen unterrichtet.«

Kasim ben Gaftar

Wenn er nicht wieder einmal seinem viel zu pflichtbewussten Kollegen Deniz ibn Seyshaban zur Hand geht, gibt sich Kasim ben Gaftar als bequemer Stadtgardist, der ganz im Sinne seines Hauptmanns für ein kleines Bakshish gerne mal ein Auge zudrückt – oder zwei. Solange die Kasse stimmt, ist alles in Ordnung. Schließlich gilt es für den verheirateten Vater zweier Kinder nicht nur, den eigenen hungrigen Magen zu füllen. Und während sein diensteifriger Kollege ganz und gar für die Arbeit lebt, dreht sich Kasims kleine Welt um seine über alles geliebte Familie. Noch ahnt er nicht, dass in den kommenden neun Tage gerade diese heile Welt bedroht ist …

»So versteh doch, Deniz: Tote zahlen kein Bakshish

Deniz ibn Seyshaban

Schon mehr als einmal musste sein novadischer Freund und Kollege, Kasim ben Gaftar, den breitschultrigen Tulamiden vollkommen verkatert von seinem Hausboot zum Dienstantritt nötigen. Obwohl Deniz durch seine Unbestechlichkeit und die ständigen Streitereien mit seinem Hauptmann bei den anderen Gardisten einen schweren Stand hat, lässt er sich jedoch niemals davon abbringen, eine einmal aufgenommene Spur weiter zu verfolgen – koste es, was es wolle. Der Gardist mit Hang zu Kautabak und fatalen Frauengeschichten ermittelt in den dunklen Gassen Khunchoms wie kein Zweiter, getrieben von einem inneren Feuer, das nicht nur Kasim so manches Mal um Leib und Leben seines Freundes fürchten lässt. Noch kann Deniz nicht ahnen, dass dieses Mal der Preis, den er für die Wahrheit zahlen muss, weitaus höher ist als er es sich in seinen schlimmsten Alpträumen ausgemalt hat …

»Es ist mir scheißegal, worauf du jetzt wieder schwören willst. Sag mir, wo ich den Kerl finde, oder du brauchst in Zukunft ein Hörrohr!«

Khorim ibn Tulachim

Als er vor einundzwanzig Jahren durch die Verbindungen seines Vaters in die großfürstliche Kanzlei gelangte, ahnte noch niemand, dass der Sohn eines Handwerkers dreizehn Jahre später zum Palastwesir aufsteigen würde. Als Herr über den Hafenpalast ist er Ausrichter opulenter Feste und organisiert mit eiserner Hand den Haushalt des Großfürsten. Aufmerksamkeit, Fleiß und Pflichtbewusstsein sind die eher untulamidischen Tugenden, die ihn haben groß werden lassen. Seinem Vater, seit Istav Kulibin Handwerker am Fürstenhof, dankte er den Gefallen von einst mit einträglichen Aufträgen auf dem Palastgelände. Nie hätte er gedacht, dass ihm ausgerechnet diese Verbindung einmal zum Verhängnis werden würde …

»Der Geselle soll zwölf Peitschenhiebe erhalten. Und wehe ihm, wenn er danach nicht mehr arbeiten mag! Sorge auch dafür, dass das gesamte Küchenpersonal zusieht. Ich dulde keine Pflichtvergessenheit.«

Mustafa

Nur selten ist der stattliche rostrote Kater an der Seite seines Frauchens Fayrieke zu sehen. Viel lieber stromert er durch die Gassen der Stadt, wetzt seine Krallen an den weichen Teppichen im Khunchomer Hafenpalast oder vergnügt sich mit seinem umfangreichen Harem aus willigen Kätzinnen, die sich immer in unmittelbarer Nähe seiner Wohnstatt, der aranischen Botschaft, aufhalten.

Mustafa versteht es, sein Revier zu verteidigen und duldet keine Konkurrenz. So findet es auch niemand im Palast weiter verwunderlich, dass immer wieder ein großer roter Kater durch die Gänge flaniert, als wäre er der heimliche Herrscher der Stadt. Und kaum jemand ahnt, wie viele Staatsgeheimnisse und Intrigen bereits ausgeplaudert wurden, während sich Mustafa mit wachen grünen Augen und gespitzten Ohren den Bauch kraulen ließ …

»Miau!«

Eevie Demirtel stellt sich vor

Donnerstag, 22. September 2011
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Auf der Ratcon wurde bekannt gegeben, dass ich ab Oktober 2011 als Redakteurin für Das Schwarze Auge tätig sein werde. Da ich mich bisher in der Öffentlichkeit eher bedeckt gehalten habe, und bislang nur wenig über mich bekannt ist, sind natürlich eine Menge Fragen aufgetaucht. Ich hoffe sehr, zumindest einige davon mit dieser kurzen Vorstellung beantworten zu können. Einige von euch kennen mich sicher über Nandurion. Aber obwohl es dort ein Profil von mir gibt, verrät es doch nicht allzu viel über mich. Tatsächlich fällt es mir wesentlich leichter, über andere Dinge als über mich zu schreiben. Selbst ein Dossier über Nahema ginge mir wahrscheinlich leichter von der Hand als eine Selbstbeschreibung, und das will was heißen. Aber um euch nicht länger auf die Folter zu spannen, will ich die spärlichen Informationen, die es über mich gibt, mal ein wenig ergänzen.

Um gleich vorweg etwas richtig zu stellen: Ich wohne in Oberursel, in einer WG mit meiner Katze Miss Marple, und nicht etwa, wie im Netz spekuliert wurde, mit meinem Kollegen Alex Spohr zusammen.

Auf meine neuen Aufgaben in der Redaktion freue ich mich sehr. Ich spiele seit 1994 begeistert Das Schwarze Auge und habe mir schon immer gerne Geschichten für meine heimischen Spielrunden ausgedacht, auch wenn ich bisher noch kein eigenes Abenteuer veröffentlicht habe. Nach dem Abitur habe ich aus schierer Neigung mit meinem Studium begonnen: Archäologie, Anglistik und Germanistik. Eine interessante, aber gleichermaßen etwas unglückliche Kombination, die mir leider nie genug Zeit ließ, mich hinreichend auf eines der drei Themenfelder zu konzentrieren. Der Beschluss, mein Studium zugunsten einer Lehre als Buchhändlerin abzubrechen, war eine Herzensentscheidung. Und auch, wenn ich manchmal die Bestimmungsübungen zu etruskischen Keramikerzeugnissen ein wenig vermisst habe, konnte ich immer voller Freude auf diese Zeit zurückblicken. Für meine Ausbildung erwies sich das Wissen, das ich mir während des Studiums angeeignet hatte, nämlich als äußerst nützlich. In nur wenigen Branchen muss man, wenn man wirklich gut sein möchte, mehr unnützes Detailwissen besitzen, als im Buchhandel. Zusätzlich zu einer kaufmännischen Ausbildung, die neben den Eigenheiten des Buchhandels auch das Verlagswesen berücksichtigt, ist viel Begeisterung für den Beruf gefragt. Man muss unglaublich viel Lesen und das selbstverständlich auch außerhalb der regulären Arbeitszeit. Zu Hochzeiten habe ich es auf bis zu sechs Bücher die Woche gebracht, Bilderbücher natürlich ausgenommen. Ich kann also unglaublich schnell lesen, wenn ich es möchte, aber genauso gut kann ich mich in einem anspruchsvollen Werk verlieren, und Stunden mit nur einem Kapitel zubringen. Ich liebe Bücher, und es war naheliegend, irgendwann selbst einmal eine Geschichte zu erzählen. Vor meiner ersten Veröffentlichung für Das Schwarze Auge, hatte ich mich schon länger auf verschiedene Weise als Autorin betätigt und unter anderem zahlreiche Rezensionen im Netz, Texte für Webseiten, Werbung für eine Konzertagentur und Artikel für mehrere japanische Lifestyle- und Musikmagazine verfasst.

Über meinen guten Freund, Marco Findeisen, der zuvor schon bei der Arbeit zu Am Großen Fluss erste Kontakte mit dem offiziellen Aventurien geknüpft hatte, kam ich schließlich dazu, meinen ersten Roman zu schreiben, Khunchomer Pfeffer. Zuvor waren alle von mir verfassten Abenteuerentwürfe, Kampagnen und Romanfragmente ungesehen von der Welt in einer meiner Schubladen verschwunden. Darunter auch weniger glorreiche Erzeugnisse, wie das (unglaublich ausführlich!) ausformulierte Reisetagebuch meiner Rollenspielgruppe oder eine Szenarioidee mit dem klangvollen Titel Die Rondraklinge, unwissend, dass ich damit, ohne es zu kennen, sehr nahe an der Idee zu Findet das Schwert der Göttin gewesen war. Das Schreiben ging mir also mit der Zeit immer leichter von der Hand und hat mich schließlich weit mehr begeistern können, als mein eigentlicher Beruf. Erst vor kurzem habe ich mich dazu entschlossen, nicht länger als Buchhändlerin die Geschichten Anderer zu verkaufen. Ich wollte selbst schreiben, und ich liebe Aventurien. Nichts lag also näher, als meine Begeisterung für Worte und Das Schwarze Auge miteinander zu verbinden.

Auch außerhalb der Romane gab Stefan Küppers Marco und mir schon bald die Möglichkeit, etwas zum offiziellen Aventurien beizutragen. Wir bekamen Einblick in die Drachenchronik und durften gemeinsam mit Denny Vrandečić die wunderbare Khunchomer Drachenei-Akademie ausarbeiten. Nachdem ich lange Jahre immer wieder für Abenteuer anderer Autoren Ideengeberin, Korrekturleserin oder auch Testspielerin war, konnte ich schließlich aktiv die Entwicklung der Tulamidenlande mitgestalten. Inzwischen sind die Arbeiten am Manuskript für die Fortsetzung von Khunchomer Pfeffer, Tod auf dem Mhanadi, abgeschlossen und ich schreibe am vierten Teil der, nach einem Konzept von Bernard Craw entwickelten, Serie Die Türme von Taladur. Ich begann Artikel für den Aventurischen Boten zu verfassen und an ersten Texten für Stätten okkulter Geheimnisse, dem dritten Teil der Magierakademien-Spielhilfe, zu arbeiten.

Es sollte also nicht mehr allzu lange dauern, bis ihr einen Eindruck von meiner Arbeit außerhalb der Romane bekommen könnt. Ich freue mich sehr über die Chance, an einem Produkt arbeiten zu dürfen, mit dem mich seit Jahren eine derartige Leidenschaft verbindet. Letztendlich sind wir doch alle im Herzen Fans geblieben, und ich werde mit viel Begeisterung an meine neuen Aufgaben herangehen.

Herzliche Grüße

Eevie

Lesung Eevies und Marco Findeisens auf der RatCon 2011 aus Khunchomer Pfeffer 2: Tod auf dem Mhanadi