Bald ist von unserer Seite die Arbeit getan – die letzten Druckvorlagen werden korrigiert sein und dann geht das Buch endlich an die Druckerei, um hoffentlich bald in den Läden zu stehen. Bis es soweit war, war viel Arbeit unserer Koautoren nötig, und noch früher mussten bestimmte Grundsatzentscheidungen gefällt werden:
Die Götter Myranors – das ist ein großes Thema, zu groß eigentlich, um es erschöpfend in einem einzelnen Band abhandeln zu können: Es gibt viele Dutzende menschlicher und nichtmenschlicher Kulturen, von denen viele ein ganz eigenes Pantheon aus hohen und niedrigen, universellen und lokalen Gottheiten kennen.
Es erschien also von Anfang an unmöglich, eine so umfassende Darstellung der Religionen Myranors zu bieten, wie es etwa „Wege der Götter“ für Aventurien tut:
Deshalb haben wir unser Augenmerk besonders auf die acht Götter der imperialen Oktade gelegt. Denn dieses Pantheon von Staatsgöttern ist inzwischen seit fast zweitausend Jahren bekannt und hat in dieser Zeit die Religion fast aller Teile Myranors beeinflusst. Dass die Oktade seinerzeit aus den Göttern der acht populärsten Kulte zusammengesetzt wurde, um religiöse Streitigkeiten zu beenden, ist heute fast vergessen: Für die meisten Imperialen sind acht Götter die himmlische Familie im Wolkenreich Nebos, die mal gütig, mal streng die Taten der Sterblichen beobachtet und belohnt oder bestraft. Um das Spielen eines göttertreuen Myraners zu erleichtern, verwenden auch die meisten Texte diese Perspektive.
Dabei wurden zahlreiche spannende Begebenheiten der Historie hinzugefügt und auch die Völker und Kulturen des derzeit noch nicht veröffentlicht vorgestellten Nordens mit einbezogen. Viele Regionen innerhalb und außerhalb des Imperiums erhielten ihre eigenen Stammesgötter, die mal enger, mal lockerer mit der Oktade verbunden sind. Ausführliche Texte über den Götterkult im Lebenslauf und ein Festkalender runden diese Themen ab.
Natürlich kommen neben der Oktade auch die Religionen der anderen myranischen Kulturen nicht zu kurz, und es war uns ein Bedürfnis, ein vollständiges Regelsystem für das Geweihtenwirken anzubieten, das nicht auf Material aus „Wege der Götter“ Bezug nehmen muss. Daher bieten wir hier nicht ein, sondern gleich zwei vollständige Regelsätze an – neben dem schon aus dem gegenwärtigen Aventurien bekannten Liturgiesystem für klar definierte “Wunder” auch das der flexibleren und offeneren Göttlichen Kräfte, das von eher urtümlicheren, unorganisierten Priestern verwendet wird.
Dazu präsentiert dieser Band Faustregeln und Vorschläge für den Spielleiter, wie er neue Stammes- und Stadtgötter auf interessante und plausible Weise ausgestalten kann, wann immer es angebracht ist, das Spiel durch eine weitere, lokal bekannte Gottheit noch spannender zu machen – und in Myranor können auch solche Götter sehr mächtige Priester haben. Die große gestalterische Freiheit des Kontinents lässt da sehr viel Eigenkreativität zu.
Dadurch, so glauben wir, bietet dieser Band die nötigen Grundlagen, um einen gläubigen Myraner oder einen Priester darzustellen oder auch glaubwürdige Kultisten als Widersacher der Abenteurer zu entwerfen.