Vor kurzem erschien Kartenglück und Schicksalszeichen, der Begleitband zum Inrah-Kartenspiel. Zeit, einmal kurz auf Ursprünge und Unterschiede des beliebtesten aventurischen Kartenspiels und seiner irdischen Vorbilder einzugehen.
Natürlich ist Inrah mit den irdischen Tarot-Wahrsagekarten verwandt, wie es sich so auch in etlichen aventurischen Abenteuern und Romanen widerspiegelt. Und ebenso natürlich geht Inrah von ähnlichen archetypischen Bildern und Symbolen aus und schöpft aus einem gemeinsamen Mythenschatz wie auch das Tarot – in diesem Fall aus den mittlerweile reichhaltigen aventurischen Vorstellungen der Zwölfgötter und ihrer Gegner, der Struktur der Sphären, der Natur der Elemente und den Vorstellungen über die Rolle der Stände und ihren Zweck im Weltgeschehen. Daher ist Inrah auch nicht nur eine ‘Meditation über das Schicksal’, sondern in gewissem Sinne auch lebendige ‘aventurische Kulturgeschichte’.
Und so wie sich irdisch aus Wahrsagekarten Spielkarten entwickeln konnten (angeblich stammen Poker-ähnliche Spiele aus dem 15./16. Jahrhundert), so ist auch die aventurische Geschichte Zeuge für einen solchen Schritt, der ebenfalls mit der Entwicklung der Druckkunst (in diesem Fall der maraskanischen) Hand in Hand ging. Aber auch wenn Boltan sehr viele Regeln mit dem irdischen Poker gemein hat, ist es doch ein Spiel, das sich anders und eigenständig anfühlt. Dafür sorgen allein schon der höhere Anteil an Bildkarten und die verwendeten sechs (statt irdisch vier) Kartenfarben. Dadurch müssen einige Grundsätze irdischen Poker-Wissens über Bord geworfen oder zumindest deutlich modifiziert werden.
Auf beide Aspekte gehen wir in Kartenglück und Schicksalszeichen genauer ein – und darüber hinaus findet sich noch ein komplettes Kapitel zur Verwendung der Inrah-Karten am Rollenspieltisch: als Zufallsgenerator, im Zusammenspiel mit bestehenden Talenten und Vorteilen und sogar zur Generierung eigener Abenteuer.